Lange mussten PS Vita-Besitzer auf den ersten waschechten Ego-Shooter für ihr Handheld-System warten, doch mit Resistance: Burning Skies, welches ab sofort erhältlich ist, hat auch dieses Warten ein Ende. Für euch fanden wir heraus, ob die Entwickler halten, was sie den Fans vom Shooter-Erlebnis versprachen .
Wie alles anfing
Story-technisch beginnt euer Abenteuer mit dem Einfall der feindlich gesinnten Chimera an der Ostküste der Vereinigten Staaten im August des Jahres 1951. Euer Alter-Ego Tom Riley, Feuerwehrmann und Familienvater, wird darin nichtsahnend während eines routinemäßigen Einsatzes verwickelt. Über einen Funkspruch wird euch mitgeteilt, dass die Zivilbevölkerung via Howard-Tunnel aus dem New Yorker Stadtteil Staten Island auf das Festland evakuiert werden soll. Doch immer wieder werden Unschuldige von den angreifenden Maschinen gefangengenommen und für deren Zwecke missbraucht. Eure Mission also: Ehefrau und Tochter finden und beschützen, bevor deren Schicksal besiegelt wird.
Ein wahres Shooter-Erlebnis
In den Medien häufig zitiert und vom Studio Nihilistic Software hoch und heilig versprochen: “Resistance: Burnings Skies soll den Spielern das ultimative Shooter-Erlebnis bieten, sodass sie keine Kompromisse gegenüber Heimkonsolen-Shootern eingehen müssen”. Vorneweg: Das ist den Entwicklern besonders gut gelungen. Die PS Vita lädt mit ihren zwei Analogsticks geradzu ein, ein Spiel mit Auslegung auf Charakter- und Kamerasteuerung zu programmieren. Im Gegensatz zu Uncharted: Golden Abyss lässt sich die Hauptfigur hier auch viel feiner bewegen, das Zielen fällt wesentlich leichter (die diesbezüglichen Optionen lassen sich im Menü einstellen). Auch sonst ist das Spiel hervorragend auf die Eingabemöglichkeiten des Handhelds ausgelegt. Via hinterem Touchfeld sprintet ihr, Schultertasten werden zum Schießen benutzt und auch die Playstation-typischen Aktionstasten finden ihren Einsatz. Der 5″ große Touchscreen dient der Nutzung der Sekundärwaffe, die je nach Primärwaffe variiert, da sie mit ihr in Verbindung steht und eben nur dann eingesetzt werden kann, wenn ihr die Primärwaffe ausgewählt habt. Zur Debatte stehen dabei die serientypische Bullseye, der M5A2 Folsom-Karabiner, der Zerstörer, der Sw.A.R.M.-Werfer (Luft-Boden-Raketen), die SixEye (Scharfschützengewehr), die Jäger, der Bohrer und die Armbrust mit – unter anderem – Feuerpfeilen namens Mule. Zusätzlich sind in bestimmten Levelabschnitten hin unf wieder Verbesserungs-Upgrades für eure Waffen versteckt, die nur darauf warten, von euch eingesammelt zu werden. So könnt ihr die Effektivität einer Waffe, die Munitionskapazität oder die Leistung einer jeden Waffe erhöhen.
Veraltete Grafik
Neben dem sensationellem Einstieg eines Shooters auf der PS Vita fällt dann leider doch ein schwerwiegender Kritikpunkt ins Auge: Die veraltete Grafik. Wenn ihr euch als Tom Riley in Deckung oder kleinen Schächten befindet, müsst ihr euch auf matschige Texturen und niedrig aufgelöste Kisten, Truhen etc. vorbereiten. Diese Präsentation entspricht ganz und gar nicht dem Niveau des sich bisher eher schleppend verkaufenden Handhelds, welches doch gerade die notwendige Hardware mit sich bringt. Fraglich ist dann, wieso auch die Animationen oder die kurzen Comic-Clips, in welchen der Verlauf der Geschichte geschildert wird, fast schon in PSP-Qualität von Nihilistic Software abgeliefert werden, wenn man sich doch so lange für das Mammutprojekt “Launchtitel der PS Vita” (der Titel wurde extra noch verschoben) Zeit genommen hatte.
Mensch gegen Chimera
Abgesehen von der Singleplayer-Kampagne findet sich im Menü auch der Ordner “Multiplayer”. Mit gekauftem Online-Pass (In der Retailfassung liegt dieser schon bei) könnt ihr euch gleich in rasante Action stürzen. Euch erwarten unter anderem der Ever-Timer “Team-Deathmatch”, in welchem ihr mit bis zu 7 Mitstreitern als Mensch oder Bestie als Sieger hervorgeht, wenn ihr die meisten Feinde eliminiert habt; die abgespeckte Version dessen, das heißt, dass es zum Schluss einer Runde nur einen Sieger gibt; und den letzten Modus namens Überleben, in welchem ihr als Mensch beim Fortleben in die Gruppe der Bestien wechselt. Der letzte Humanoid unter den Schießwütigen kann den Wettkampf dann für sich entscheiden. In der getesteten Fassung gelang die Verbindung zu den Servern gut; die Karten und verschiedenen Umgebungen erkennt ihr, wenn ihr vorher die Kampagne durchgespielt habt, wieder und findet euch zumindest teilweise auf Anhieb zurecht.
Der Multiplayer ist nicht gerade das Gelbe vom Ei. Richtig spaßig wird die Angelegenheit wohl erst, wenn man mit der maximalen Gegneranzahl in den Ring steigt, da die Karten doch für ein Handheld-System relativ groß sind und man daher bevor es losgehen kann erst einmal seine Gegner aufspüren muss, um sich mit ihnen zu messen.
Neben dem Online-Wettstreit habt ihr die Möglichkeit, in einem kleinen Unterkapitel eure Ausrüstung zu verwalten.
FAZIT:
Ohne Frage stellt Resistance: Burning Skies einen gelungenen Auftakt der hoffentlich bald in hoher Zahl folgenden Ego-Shooter für die mobile Konsole dar. Was zu einem absoluten Blockbuster à la Uncharted noch gefehlt hätte, wäre neben einer individuelleren Geschichte auch eine ansehnlichere Optik. Besonders Grafik-Fetischisten kommen mit dem letzten Ableger des Resistance-Franchise nicht hundertprozentig auf ihre Kosten. Es besteht kein Zweifel, dass in der PS Vita noch mehr Power steckt, die man als Entwickler hätte ausnutzen können. Doch, wie es so schön heißt: Aller Anfang ist schwer.





