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VVVVVV (3DS) – Test / Review

Hinweis: Alle Bilder in diesem Review stammen aus der PC-Version. Dadurch entstehen keinerlei Unterschiede, da die 3DS-Umsetzung komplett identisch ist.

Dass kleine Spiele ohne Bombast-Grafik großen Erfolg haben können, ist in unseren Zeiten der aufblühenden Indie-Entwickler nichts wirklich neues mehr und hat sich bereits oft genug bewiesen. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist auch das Jump’n'Run VVVVVV. Das Alleinwerk des irischen Programmierers Terry Cavanagh gelangte von einer Flash-Probeversion im Internet als kostenpflichtiger Titel zu Steam – und feierte dort große Erfolge, die Spieler zeigten sich begeistert. Mittlerweile hat VVVVVV auch seinen Weg auf den Nintendo 3DS gefunden. Wir klären im Test, wie die Handheld-Portierung gelungen ist und warum das Spiel seinen guten Ruf verdient – zumindest für frustresistente Spieler.

 

Denn Frustresistenz wird in VVVVVV mehr benötigt als alles andere, dazu allerdings gleich noch mehr. Der Handlungsrahmen des 2D-Jump’n'Runs lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen. In der Rolle von Captain Viridian ist es die Aufgabe des Spielers, alle verlorenen Crewmitglieder zu retten. Das ist mit einigen Textboxen so unspektakulär präsentiert, wie es klingt, dennoch spielt der Titel bereits hier seine erste und ganz besondere Stärke aus: Der auffallende Retro-Look, der an alte 8 Bit-Spiele angelehnt ist, wie man sie etwa aus Zeiten des Super Nintendo kannte, wirkt enorm stimmig und versprüht viel Atmosphäre. Die Musik schlägt in die gleiche Kerbe und hat einen hohen “Ohrwurmfaktor”, die das Gedudel selbst nach dem zigsten Mal nicht unangenehm werden lässt.

Auch die Levelabschnitte sind recht abwechslungsreich und teils skurril gestaltet, etwa wenn der Gegner im aktuellen Raum ein hin- und herschwebender Schriftzug und im nächsten Raum sogar ein tödliches, schwebendes Pixel-Herzchen ist. Unterlegt wird das Ganze noch durch diverse Farbspektren, die von “angenehm düster” bis “schmerzhaft grell und bunt” reichen. Kämpfen kann Captain Viridian nicht, seine einzige Möglichkeit ist, die Gegner zu umgehen, indem er durch Knopfdruck einen Sprung abwechselnd an die Decke oder auf den Boden macht, um dort entlanglaufen zu können – übrigens auch die einzige Möglichkeit, zu springen. Dementsprechend muss die Fähigkeit ständig genutzt werden, wobei Geschicklichkeitseinlagen entstehen können, die sich nicht selten über mehrere Levelstücke erstrecken, was die Angelegenheit enorm verwirrend gestaltet; ein erster Punkt bezüglich der nötigen Frustresistenz.

Fünf große Abschnitte bietet VVVVVV, in jedem Abschnitt ist ein Crewmitglied gefangen. Sind alle gerettet, ist das Spiel vorbei, danach können noch alle sogenannten Trinkets eingesammelt werden, die einen geheimen Raum freischalten. Klingt nach wenig Spiel für’s Geld? Offengestanden, ja, VVVVVV ist mit einer theoretischen Spielzeit von einer bis maximal drei Stunden alles andere als lang, zumal sich der Wiederspielwert vergleichsweise in Grenzen hält. Aber, moment, wieso “theoretische” Spielzeit? Nun, in der Praxis hängt das deutlich von dem Reaktionsvermögen und der Ausdauer des Spielers ab und kann dementsprechend deutlich variieren. Denn in diesem Jump’n'Run wird öfter gestorben, als in vielen anderen Genre-Vertretern zusammen. An jeder Ecke lauert der Tod durch Stacheln, Feinde, sich von alleine bewegende Levelabschnitte und, und, und. Lediglich die meistens fair verteilten Checkpoints bieten etwas Sicherheit. Die fünf Spielabschnitte lassen sich übrigens von Anfang an alle betreten, es ist also egal, womit man beginnt – in jederlei Hinsicht, denn leicht ist hier sowieso nichts.

 

Ein gutes Reaktionsvermögen ist also notwendig, um mit VVVVVV Spaß zu haben. Doch was bei Jump’n'Runs, und einem wie diesem natürlich besonders wichtig ist: Die Steuerung. Hier fiel uns im Test eine Schwachstelle der 3DS-Version im Vergleich zum PC auf. So reagierte Captain Viridian oft nicht schnell genug, wenn mehrere Aktionsbefehle direkt hintereinander ausgeführt werden sollten. Die teils sowieso schon extrem knappen Levelpassagen gestaltete dies nicht unbedingt einfacher.

 

Fazit

VVVVVV ist nachwievor eine wirkliche Perle der Indie-Jump’n'Runs, was es vor allem seinem wunderbar stimmungsvollen Retro-Flair in der 8 Bit-Darstellung verdankt. Davon hat auch die 3DS-Umsetzung nichts verloren, wer die PC-Version nicht besitzt, kann hier trotz der häufig etwas ungenauen Steuerung für den Preis von acht Euro im eShop zugreifen. Wer bei so einer geringen Spielzeit da eher noch skeptisch ist, sollte sich eventuell zunächst an der kostenlosen Flash-Version probieren, die im Internet gefunden werden kann. Doch zwei Dinge sind in jedem Fall wichtig: Viel Geduld und Frustresistenz.

Wertung

289 days ago by in 3DS , Neuigkeiten , Reviews , slider , Tests. You can follow any responses to this entry through the | RSS feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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